Selbsthilfegruppe hereditäre Fructoseintoleranz (HFI)

gegründet 1993 in Neustadt / Aisch, Germany
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Lexikon für med. Fachausdrücke bei der hereditären Fructoseintoleranz (HFI)

 
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A  
Allele 
Ein Allel ist eine der möglichen Ausprägungen eines Gens, 
das an einem bestimmten Ort (Locus) auf einem Chromosom sitzt.
Man spricht auch von der "Schalterstellung" eines Gens, die durch Mutationen, d.h. Veränderungen in der Basenstruktur der DNA,
variiert werden kann. So kann z.B. das Gen, das für die Farbe einer
Blüte verantwortlich ist, in zwei verschiedenen Ausprägungsformen
vorkommen und bei der Pflanze z.B. entweder eine rote oder eine
weiße Blütenfarbe hervorrufen. Entsprechend spricht man vom
Allel für die rote oder vom Allel für die weiße Blütenfarbe.
Bei dem Aldolase B-Gen gibt es nur 2 Allele (=Ausprägungsformen) (Es können aber auch mehr als zwei unterschiedliche Zustandsformen
eines Gens auftreten.
Man spricht dann von multipler Allelie.
Die Allele für die Blutgruppeneigenschaften der "Blutgruppe A",
"Blutgruppe B" und "Blutgruppe 0" sind ebenfalls verschiedene
Zustandsformen des Blutgruppen-Gens. Allerdings liegen hierbei
die für die Steuerung der Antigen-Bildung verantwortlichen Gene
über eine Reihe von Chromosomen verstreut.)

Da Menschen einen doppelten Chromosomensatz haben, kann
jeder Mensch in seinen diploiden ( ) Zellen auf den beiden
homologen Chromosomen am betreffenden Genort entweder
zwei unterschiedliche Allele eines Gens oder aber zwei gleiche
Allele des betreffenden Gens besitzen.
Im ersten Fall spricht man von Heterozygotie,
im zweiten Fall von Homozygotie

Besteht der Verdacht auf eine HFI, wird im Aldolase B-Gen auf 
den Allelen nach einer Punktmutation gesucht.   

siehe unter Erklärung Vererbung

Aldolase  Enzyme, z. B bei HFI fehlt das Enzym Aldolase B 
(Fructose-1-Phosphat-Aldolase) oder ist stark vermindert 
und die Fructose kann nicht abgebaut werden.
Autosomal-rezessiver
Erbgang bei der HFI
Das veränderte  Gen muss auf beiden Chromosomen 
(homozygot) vorhanden sein, um das Merkmal in 
Erscheinung treten zu lassen.

a.) Mutter und Vater sind mit ungleichen Erbanlagen ausgerüstet; 
d. h. die Mutter hat ein Allel und der Vater hat ein Allel mit z.B. der 
erblichen Veränderung z.B. -A149P-, das zweite Allel von Mutter 
und Vater zeigt keine für die HFI spezifische Veränderung
Sie haben somit auch keinen Enzymmangel.
b.) Mutter oder Vater sind mit gleichen Erbanlagen ausgerüstet; 
d. h. die Mutter(oder Vater)  hat auf beide Allelen die erbliche 
Veränderung -A149P- und der Vater(oder Mutter) hat ein Allel mit 
z.B. der erblichen Veränderung -A149P-, das zweite Allel von 
Vater(oder Mutter) zeigt keine für die HFI spezifische Veränderung

siehe unter Erklärung Vererbung

autosomal  Vererbungsweise eines Merkmals, dessen Gen auf einem Autosom 
(d.h. nicht auf einem Geschlechtschromosom) liegt. Als Autosomen 
werden die Chromosomen 1 - 22 bezeichnet, die bei Mann und Frau 
gleich aussehen.
Aversion  Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel.
B
Biopsie Mikroskopische Untersuchung einer aus dem Körper entnommen 
Gewebsprobe. Diese sollte nicht als Blindbiopsie ausgeführt 
werden, sondern mit Hilfe von Ultraschall bei der Endoskopie 
überwacht werden.
 

Eine Leberbiopsie liefert gegenüber einer Dünndarmbiopsie 
genauere Werte bezüglich der Enzymbestimmung. Einfacher 
ist die HFI-Diagnose seit einigen Jahren über das Blut, 
die molekulargenetische Diagnostik.

C  
Chromosom stäbchen- oder hakenförmige, membranlose Gebilde, die in 
arteigener (= artspezifischer) Form, innerer Struktur u. Zahl 
(Chromosomensatz) als wesentlicher Bestandteil jedes 
Zellkerns vorkommen, und zwar in den Körperzellen des 
Menschen, der Tiere u. der höheren Pflanzen paarweise, 
wobei die Paarpartner weitestgehend formidentisch sind. 
Sie bestehen aus DNS und Proteinen und stellen die Träger 
des Erbgutes, d.h. der genetischen Information dar, 
die auf der Doppelhelix der DNA festgelegt ist.
Der Mensch hat 46 Chromosomen. 
Jeweils 23 stammen von einem Elternpaar.

siehe unter Erklärung Vererbung

D  
DNA=DNS Die Desoxyribonukleinsäure (engl. und internat. DNA, dt. DNS)
ist ein sehr großes Molekül, das als Träger der Erbinformation dient
und kommt in allen chromosomenhaltigen Zellen vor, zumeist an
Eiweiß gebunden
.
Anhand dieser Information, die in einer bestimmten Form, dem
genetischen Code, in die DNA eingeschrieben ist, werden
Proteine produziert. Das Makromolekül ist aus den chemischen
Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Phosphor und
Stickstoff zusammengesetzt, wobei die Basenfolge (Sequenz)
der einen Kette die Basensequenz der anderen bestimmt.
Die deutsche Abkürzung der Desoxyribonukleinsäure (DNS) wird
im wissenschaftlichen Sprachgebrauch wegen der international
gebräuchlichen englischen Abkürzung DNA (deoxyribonucleic acid)
seltener verwendet.


siehe unter Erklärung Vererbung
Doppel-Helix Die DNA besteht aus vier Bestandteilen 
(A=Adenin, T=Thymin, G=Guanin, C=Cytosin), 
daß sich wie bei einer Leiter sprossenförmig aufreit. 
Die verdreht sich dann erst in sich, und 
dann nochmal komplett spiralförmig.
E
Enzym  Enzyme sind Eiweißkörper in lebenden Zellen. 
Eine Art Katalysator, die chemische Prozesse 
durch bloße Gegenwart in Gang bringen (oder beschleunigen),
die ohne sie nicht stattfinden. (Aldolase B-Mangel bei HFI)
Bei einer Zellschädigung treten Sie aus der Zelle aus und 
können festgestellt werden z.B. bei den Werten GOT und GPT .
F  
Fructosearme Diät  Fructose und Sorbit reduzierte Diät auf die kleinst mögliche 
Menge Fructose und Sorbit pro Tag.
ca. 40 mg / kg Körpergewicht / Tag insbesondere für Kinder mit HFI, 
Quelle: Prof. T.M. Cox, Cambridge, GB
Fructosetrunk In einem bestimmten Zeitraum wird danach ein H2-Atemtest 
durchgegeführt, Anmerkung der SHG:  besser ist ein 
Ernährungsprotokoll auszufüllen und wenn Verdacht auf eine 
HFI besteht, dann sollte EDTA Blut eingeschickt werden. 
Von einem H2-Atemtest ist wegen den folgenden Nebenwirkungen, 
die auftreten können abzuraten: Leber- und Nierenschädigung, 
Übelkeit, Oberbauchbeschwerden, Durchfälle.
Ausserdem ist mit dem Fructosetoleranztest keine genaue 
Differentialdignostik möglich. 
(Quelle: Hr. Prof. H.-J. Böhme, Fr. Prof. Dr. med. Y.S.Shin, 2001)
G  
Gen Träger der Erbinformation auch Erbanlage genannt, die kleinste Einheit 
der Vererbung, unter deren Einfluß sich ein Merkmal entwickelt.
Tausende Gene, die in spezieller Reihnfolge angeordnet sind, 
formen die Chromosomen.

siehe unter Erklärung Vererbung

Genetik Erblehre, die Wissenschaft von der Entstehung der Organismen, 
von der Grundlage der Vererbung.

siehe unter Erklärung Vererbung

H
Heredität, hereditär  Erblichkeit, erblich; z. B. hereditäre Fructoseintoleranz

siehe unter Erklärung Vererbung

heterozygot  in Bezug auf ein Merkmal mit ungleichen Erbanlagen ausgerüstet.
z.B. die Eltern eines HFI betroffenen Kindes haben nur auf einem Allel 
eine erbliche Veränderung z.B. -A149P-, auf dem zweiten Allel ist diese 
erbliche Veränderung nicht zu finden, d.h. die Eltern sind gesund.

siehe unter Erklärung Vererbung

homozygot in Bezug auf ein Merkmal mit gleichen Erbanlagen ausgerüstet.
Auf beiden Allelen ist die erbliche Veränderung z.B. -A149P- zu finden, 
d. h. die hereditäre Fructoseintoleranz ist somit bestätigt.

siehe unter Erklärung Vererbung

I  
intestinalen
Fructoseintoleranz 
im Darm stattfindende Fructoseintoleranz. ==> siehe  Malabsorption
M  
Malabsorption  Störung des Nahrungsstofftransports vom Darm in die 
Blut- und Lymphbahnen. Bei der Fruktosemalabsorption 
liegt ein Defekt des GLUT-5-Transportprotein im Dünndarm vor.
Siehe auch Fructose-Malabsorption = intestinale Fructoseintoleranz
Mutation  Erbliche Veränderung des genetischen Materials, bei der HFI im 
Aldolase B-Gen. Die Punktmutation -A149P- (neu: A150P) und -A174D- 
machen den grössten Anteil der bereits über 10 bekannten 
Veränderungen aus.
Am häufigsten ist der Genotyp A149P/A149P gefolgt von 
dem Genotyp A149P/A174D. 
(Quelle: Prof. Dr. Hans-Joachim Böhme, Forschungsbericht 2002, 
Universität Leipzig)

siehe unter Erklärung Vererbung

P  

Proteine
Proteine sind aus bis zu 20 versch. Aminosäuren 
zusammengesetzte Makromoleküle. (Eiweis)
Punktmutation Punktförmige, jeweils einzelne Nucletid(paar)e betreffende Mutation, 
trifft bei HFI zu (s. Mutation).
R  
rezessiv im Erbgang das »Zurücktreten« eines Allels (»rezessives Gen«) 
autosomal rezessiv = autosomaler Erbgang, bei dem das Gen auf 
beiden homologen Chromosomen (homozygot) vorhanden sein 
muß, um das Merkmal in Erscheinung treten zu lassen. 

siehe unter Erklärung Vererbung

S  
Spontanmutation Zufällige, eigenständige Veränderung des Erbgutes, 
z.B. durch eine Virusinfektion . (s. Punktmutation),
kommt bei der HFI praktisch nicht vor.
Süssstoffe, 
künstliche Süssungsmittel
Von Zuckeraustauschstoffen wird abgeraten, da bei HFI-Betroffenen 
im Lebergewebe Glucose fehlt und die Verträglichkeit individuell 
sehr unterschiedlich ist. (siehe auch Traubenzucker) 
Es können Aspartam, Cyclamat=E952, Saccharin=E954 und 
Thaumatin=E957
verwendet werden,
wenn kein Traubenzucker greifbar ist.

Aspartam: (E951) Synthetischer Süßstoff mit der 140-fachen Süßkraft 
von Haushaltszucker. Bei empfindlichen Patienten wurden allergische 
Reaktionen, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Hyperaktivität beobachtet. 
Patienten mit Phenylketonurie, einem angeborenen Enzymdefekt, 
sollten Aspartam meiden. 

Mannitol ist teilweise in Medikamenten enthalten und darf verwendet 
werden, wenn kein Nierenschaden vorliegt. 

Isomalt enthält zu 25% Sorbit und ist in einigen Erfrischungsgetränken 
enthalten und bei HFI verboten.
Zuckerarten: 
Monosaccharide Einfachzucker
Disaccheride Zweifachzucker
Fructose Fruchtzucker Verboten bei der hereditäre Fructoseintoleranz
Saccharose Haushaltszucker = Glucose und Fructose 
Geschnetzelte Zuckerrüben werden mit heißem Wasser ausgelaugt.
Den entstehenden Saft versetzt man mit Kalkmilch, um Pflanzensäuren 
auszufällen. Anschließend wird der entstehende Dünnsaft gereinigt, 
filtriert und entsalzt.
Quelle: http://www.sabona.de/HilfsstofflisteA.htm
Verboten bei der hereditäre Fructoseintoleranz
Sorbit = E420 Zwischenprodukt bei der Umwandlung von Fructose in Glucose im Organismus.
Verboten bei der hereditäre Fructoseintoleranz
http://gesund.qualimedic.de/Zuckeraustauschstoff_sorbit.html
Isomalt = E953 Aus Rübenzucker wird Traubenzucker und Fruchtzucker gewonnen und 
in einem zweistufigen Verfahren zu Isomalt verarbeitet.
Quelle: http://www.sabona.de/HilfsstofflisteA.htm
Verboten bei der hereditäre Fructoseintoleranz
Inulin Inulin besteht aus einem Gemisch verschiedener Fructoseketten
bis zu einer Länge von 60 Fructoseeinheiten, die kürzerkettige Unterfraktion
mit Kettenlängen zwischen 2 und 10 Zuckereinheiten wird als Oligofructose
bezeichnet
, siehe auch unter Oligofructose.
Verboten bei der hereditäre Fructoseintoleranz


Oligofructose
Die Oligofruktose besteht aus komplex aufgebauten
Fruktoseeinheiten zwischen 2 und 9 Zuckerbausteinen,
siehe auch unter Inulin.

Verboten bei der hereditäre Fructoseintoleranz
Selbst bei gesunden Menschen kann in hohen Dosen die
Oligofruktose zu Durchfall führen.
Bei empfindlichen Menschen reicht dazu auch schon die
geringe Menge aus, die in einer Joghurt-Portion enthalten ist.

   
Glucose Traubenzucker     = Dextrose 
Pflanzliche Stärke wird durch Enzyme (Glucomylasen) 
zu Glucose abgebaut.

Erlaubt bei der hereditäre Fructoseintoleranz
Galactose Schleimzucker                      
Erlaubt bei der hereditäre Fructoseintoleranz
Lactose Milchzucker         = Glucose und Galactose 
Tierische Milch enthält zwischen 1,5 und 9% Lactose. 
Die Molke wird zum Sieden gebracht und mit Soda neutralisiert. 
Aus der filtrierten und unter Vakuum eingedampften Lösung kristallisiert 
Lactose aus.
Quelle: http://www.sabona.de/HilfsstofflisteA.htm
Erlaubt bei der hereditäre Fructoseintoleranz
Maltose Malzzucker          = Glucose und Glucose 
Er wird aus Malz gewonnen und schmeckt weniger süß
als "normaler" Haushaltszucker (Saccharose).

Erlaubt bei der hereditäre Fructoseintoleranz
Mannit, Mannitol = E421 Mannit kommt vor allem in Meeresalgen und -tang sowie in der 
Manna-Esche vor.
Generell sollte es gemieden werden, wenn ein Nierenschaden vorliegt.
Erlaubt bei der hereditäre Fructoseintoleranz
Xylit = E967 Zuckeraustauschstoff, endet im Glucosestoffwechsel, 
hat keinen Einfluss auf den Fructosestoffwechsel !
Erlaubt bei der hereditäre Fructoseintoleranz
Es gilt zu beachten: In geringer Dosierung können Blähungen 
ausgelöst werden, in hoher Dosierung wirkt Xylit stark abführend.
http://gesund.qualimedic.de/Zuckeraustauschstoff_xylit.html
Wird vor allem in Kaugummis und als Feuchthaltemittel in Zahnpasten 
eingesetzt. Bei Gabe von xylithaltigen Infusionen wurde die Bildung 
von Nierensteinen beobachtet.

Quelle: http://www.sabona.de/HilfsstofflisteA.htm
   
Online-Lexikon 
deutsch
www.gesundheit.de/roche/
http://www.gesundheit.de/lexika/index.html

 
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Verfasser: Martin Sacherl     Copyright: Selbsthilfegruppe hereditäre Fructoseintoleranz
Alle Rechte vorbehalten.                                               Stand: 02/2009
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