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Selbsthilfegruppe hereditäre Fructoseintoleranz (HFI) |
| gegründet 1993 in Neustadt / Aisch, Germany |
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| A | |
| Allele |
Ein Allel ist eine der möglichen Ausprägungen eines Gens, Besteht der
Verdacht auf eine HFI, wird im Aldolase B-Gen auf siehe unter Erklärung Vererbung |
| Aldolase | Enzyme,
z. B bei HFI fehlt das Enzym Aldolase B (Fructose-1-Phosphat-Aldolase) oder ist stark vermindert und die Fructose kann nicht abgebaut werden. |
| Autosomal-rezessiver
Erbgang bei der HFI |
Das
veränderte Gen muss auf beiden Chromosomen
(homozygot) vorhanden sein, um das Merkmal in Erscheinung treten zu lassen. a.) Mutter und
Vater sind mit ungleichen Erbanlagen ausgerüstet;
siehe unter Erklärung Vererbung |
| autosomal | Vererbungsweise
eines Merkmals, dessen Gen auf einem Autosom (d.h. nicht auf einem Geschlechtschromosom) liegt. Als Autosomen werden die Chromosomen 1 - 22 bezeichnet, die bei Mann und Frau gleich aussehen. |
| Aversion | Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel. |
| B | |
| Biopsie | Mikroskopische
Untersuchung einer aus dem Körper entnommen Gewebsprobe. Diese sollte nicht als Blindbiopsie ausgeführt werden, sondern mit Hilfe von Ultraschall bei der Endoskopie überwacht werden. Eine Leberbiopsie
liefert gegenüber einer Dünndarmbiopsie |
| C | |
| Chromosom | stäbchen-
oder hakenförmige, membranlose Gebilde, die in
arteigener (= artspezifischer) Form, innerer Struktur u. Zahl (Chromosomensatz) als wesentlicher Bestandteil jedes Zellkerns vorkommen, und zwar in den Körperzellen des Menschen, der Tiere u. der höheren Pflanzen paarweise, wobei die Paarpartner weitestgehend formidentisch sind. Sie bestehen aus DNS und Proteinen und stellen die Träger des Erbgutes, d.h. der genetischen Information dar, die auf der Doppelhelix der DNA festgelegt ist. Der Mensch hat 46 Chromosomen. Jeweils 23 stammen von einem Elternpaar. siehe unter Erklärung Vererbung |
| D | |
| DNA=DNS | Die
Desoxyribonukleinsäure (engl. und internat. DNA, dt. DNS) ist ein sehr großes Molekül, das als Träger der Erbinformation dient und kommt in allen chromosomenhaltigen Zellen vor, zumeist an Eiweiß gebunden. Anhand dieser Information, die in einer bestimmten Form, dem genetischen Code, in die DNA eingeschrieben ist, werden Proteine produziert. Das Makromolekül ist aus den chemischen Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Phosphor und Stickstoff zusammengesetzt, wobei die Basenfolge (Sequenz) der einen Kette die Basensequenz der anderen bestimmt. Die deutsche Abkürzung der Desoxyribonukleinsäure (DNS) wird im wissenschaftlichen Sprachgebrauch wegen der international gebräuchlichen englischen Abkürzung DNA (deoxyribonucleic acid) seltener verwendet. siehe unter Erklärung Vererbung |
| Doppel-Helix | Die
DNA besteht aus vier Bestandteilen (A=Adenin, T=Thymin, G=Guanin, C=Cytosin), daß sich wie bei einer Leiter sprossenförmig aufreit. Die verdreht sich dann erst in sich, und dann nochmal komplett spiralförmig. |
| E | |
| Enzym | Enzyme
sind Eiweißkörper in lebenden Zellen. Eine Art Katalysator, die chemische Prozesse durch bloße Gegenwart in Gang bringen (oder beschleunigen), die ohne sie nicht stattfinden. (Aldolase B-Mangel bei HFI) Bei einer Zellschädigung treten Sie aus der Zelle aus und können festgestellt werden z.B. bei den Werten GOT und GPT . |
| F | |
| Fructosearme Diät | Fructose
und Sorbit reduzierte Diät auf die kleinst mögliche
Menge Fructose und Sorbit pro Tag. ca. 40 mg / kg Körpergewicht / Tag insbesondere für Kinder mit HFI, Quelle: Prof. T.M. Cox, Cambridge, GB |
| Fructosetrunk | In
einem bestimmten Zeitraum wird danach ein H2-Atemtest
durchgegeführt, Anmerkung der SHG: besser ist ein Ernährungsprotokoll auszufüllen und wenn Verdacht auf eine HFI besteht, dann sollte EDTA Blut eingeschickt werden. Von einem H2-Atemtest ist wegen den folgenden Nebenwirkungen, die auftreten können abzuraten: Leber- und Nierenschädigung, Übelkeit, Oberbauchbeschwerden, Durchfälle. Ausserdem ist mit dem Fructosetoleranztest keine genaue Differentialdignostik möglich. (Quelle: Hr. Prof. H.-J. Böhme, Fr. Prof. Dr. med. Y.S.Shin, 2001) |
| G | |
| Gen | Träger
der Erbinformation auch Erbanlage genannt, die kleinste Einheit
der Vererbung, unter deren Einfluß sich ein Merkmal entwickelt. Tausende Gene, die in spezieller Reihnfolge angeordnet sind, formen die Chromosomen. siehe unter Erklärung Vererbung |
| Genetik | Erblehre,
die Wissenschaft von der Entstehung der Organismen,
von der Grundlage der Vererbung. siehe unter Erklärung Vererbung |
| H | |
| Heredität, hereditär | Erblichkeit,
erblich; z. B. hereditäre Fructoseintoleranz
siehe unter Erklärung Vererbung |
| heterozygot | in
Bezug auf ein Merkmal mit ungleichen Erbanlagen
ausgerüstet. z.B. die Eltern eines HFI betroffenen Kindes haben nur auf einem Allel eine erbliche Veränderung z.B. -A149P-, auf dem zweiten Allel ist diese erbliche Veränderung nicht zu finden, d.h. die Eltern sind gesund. siehe unter Erklärung Vererbung |
| homozygot | in
Bezug auf ein Merkmal mit gleichen Erbanlagen ausgerüstet.
Auf beiden Allelen ist die erbliche Veränderung z.B. -A149P- zu finden, d. h. die hereditäre Fructoseintoleranz ist somit bestätigt. siehe unter Erklärung Vererbung |
| I | |
| intestinalen
Fructoseintoleranz |
im Darm stattfindende Fructoseintoleranz. ==> siehe Malabsorption |
| M | |
| Malabsorption | Störung des Nahrungsstofftransports vom Darm in
die Blut- und Lymphbahnen. Bei der Fruktosemalabsorption liegt ein Defekt des GLUT-5-Transportprotein im Dünndarm vor. Siehe auch Fructose-Malabsorption = intestinale Fructoseintoleranz |
| Mutation | Erbliche
Veränderung des genetischen Materials, bei der HFI im
Aldolase B-Gen. Die Punktmutation -A149P- (neu: A150P) und -A174D- machen den grössten Anteil der bereits über 10 bekannten Veränderungen aus. Am häufigsten ist der Genotyp A149P/A149P gefolgt von dem Genotyp A149P/A174D. (Quelle: Prof. Dr. Hans-Joachim Böhme, Forschungsbericht 2002, Universität Leipzig) siehe unter Erklärung Vererbung |
| P | |
| Proteine |
Proteine
sind aus bis zu 20 versch. Aminosäuren zusammengesetzte Makromoleküle. (Eiweis) |
| Punktmutation | Punktförmige,
jeweils einzelne Nucletid(paar)e betreffende Mutation,
trifft bei HFI zu (s. Mutation). |
| R | |
| rezessiv | im
Erbgang das »Zurücktreten« eines Allels
(»rezessives
Gen«) autosomal rezessiv = autosomaler Erbgang, bei dem das Gen auf beiden homologen Chromosomen (homozygot) vorhanden sein muß, um das Merkmal in Erscheinung treten zu lassen. siehe unter Erklärung Vererbung |
| S | |
| Spontanmutation | Zufällige,
eigenständige Veränderung des Erbgutes, z.B. durch eine Virusinfektion . (s. Punktmutation), kommt bei der HFI praktisch nicht vor. |
| Süssstoffe, künstliche Süssungsmittel |
Von
Zuckeraustauschstoffen wird abgeraten, da bei HFI-Betroffenen im Lebergewebe Glucose fehlt und die Verträglichkeit individuell sehr unterschiedlich ist. (siehe auch Traubenzucker) Es können Aspartam, Cyclamat=E952, Saccharin=E954 und Thaumatin=E957 verwendet werden, wenn kein Traubenzucker greifbar ist. Aspartam: (E951) Synthetischer Süßstoff mit der 140-fachen Süßkraft von Haushaltszucker. Bei empfindlichen Patienten wurden allergische Reaktionen, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Hyperaktivität beobachtet. Patienten mit Phenylketonurie, einem angeborenen Enzymdefekt, sollten Aspartam meiden. Mannitol ist teilweise in Medikamenten enthalten und darf verwendet werden, wenn kein Nierenschaden vorliegt. Isomalt enthält zu 25% Sorbit und ist in einigen Erfrischungsgetränken enthalten und bei HFI verboten. |
| Zuckerarten: | |
| Monosaccharide | Einfachzucker |
| Disaccheride | Zweifachzucker |
| Fructose | Fruchtzucker Verboten bei der hereditäre Fructoseintoleranz |
| Saccharose | Haushaltszucker
= Glucose und Fructose Geschnetzelte Zuckerrüben werden mit heißem Wasser ausgelaugt. Den entstehenden Saft versetzt man mit Kalkmilch, um Pflanzensäuren auszufällen. Anschließend wird der entstehende Dünnsaft gereinigt, filtriert und entsalzt. Quelle: http://www.sabona.de/HilfsstofflisteA.htm Verboten bei der hereditäre Fructoseintoleranz |
| Sorbit = E420 | Zwischenprodukt
bei der Umwandlung von Fructose in Glucose im Organismus. Verboten bei der hereditäre Fructoseintoleranz http://gesund.qualimedic.de/Zuckeraustauschstoff_sorbit.html |
| Isomalt = E953 | Aus Rübenzucker wird
Traubenzucker und Fruchtzucker gewonnen und in einem zweistufigen Verfahren zu Isomalt verarbeitet. Quelle: http://www.sabona.de/HilfsstofflisteA.htm Verboten bei der hereditäre Fructoseintoleranz |
| Inulin | Inulin
besteht aus einem Gemisch verschiedener
Fructoseketten bis zu einer Länge von 60 Fructoseeinheiten, die kürzerkettige Unterfraktion mit Kettenlängen zwischen 2 und 10 Zuckereinheiten wird als Oligofructose bezeichnet, siehe auch unter Oligofructose. Verboten bei der hereditäre Fructoseintoleranz |
Oligofructose |
Die
Oligofruktose besteht aus komplex aufgebauten Fruktoseeinheiten zwischen 2 und 9 Zuckerbausteinen, siehe auch unter Inulin. Verboten bei der hereditäre Fructoseintoleranz Selbst bei gesunden Menschen kann in hohen Dosen die Oligofruktose zu Durchfall führen. Bei empfindlichen Menschen reicht dazu auch schon die geringe Menge aus, die in einer Joghurt-Portion enthalten ist. |
| Glucose | Traubenzucker
= Dextrose Pflanzliche Stärke wird durch Enzyme (Glucomylasen) zu Glucose abgebaut. Erlaubt bei der hereditäre Fructoseintoleranz |
| Galactose | Schleimzucker Erlaubt bei der hereditäre Fructoseintoleranz |
| Lactose | Milchzucker
= Glucose und Galactose Tierische Milch enthält zwischen 1,5 und 9% Lactose. Die Molke wird zum Sieden gebracht und mit Soda neutralisiert. Aus der filtrierten und unter Vakuum eingedampften Lösung kristallisiert Lactose aus. Quelle: http://www.sabona.de/HilfsstofflisteA.htm Erlaubt bei der hereditäre Fructoseintoleranz |
| Maltose | Malzzucker
= Glucose und Glucose Er wird aus Malz gewonnen und schmeckt weniger süß als "normaler" Haushaltszucker (Saccharose). Erlaubt bei der hereditäre Fructoseintoleranz |
| Mannit, Mannitol = E421 | Mannit kommt vor allem in
Meeresalgen und -tang sowie in der Manna-Esche vor. Generell sollte es gemieden werden, wenn ein Nierenschaden vorliegt. Erlaubt bei der hereditäre Fructoseintoleranz |
| Xylit = E967 | Zuckeraustauschstoff,
endet im Glucosestoffwechsel, hat keinen Einfluss auf den Fructosestoffwechsel ! Erlaubt bei der hereditäre Fructoseintoleranz Es gilt zu beachten: In geringer Dosierung können Blähungen ausgelöst werden, in hoher Dosierung wirkt Xylit stark abführend. http://gesund.qualimedic.de/Zuckeraustauschstoff_xylit.html Wird vor allem in Kaugummis und als Feuchthaltemittel in Zahnpasten eingesetzt. Bei Gabe von xylithaltigen Infusionen wurde die Bildung von Nierensteinen beobachtet. Quelle: http://www.sabona.de/HilfsstofflisteA.htm |
| Online-Lexikon
deutsch |
www.gesundheit.de/roche/
http://www.gesundheit.de/lexika/index.html |
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| Verfasser: Martin Sacherl Copyright: Selbsthilfegruppe hereditäre
Fructoseintoleranz Alle Rechte vorbehalten. Stand: 02/2009 |
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